Frauen in Führung

Aktualisiert: 24. Feb.

NEU beim IHR: ‘Erfolgsfaktor Frau - Führung in weiblicher Hand’

Unser neues, im Rahmen der Führungskräfteentwicklung konzipiertes Programm ‘Erfolgsfaktor Frau’ richtet sich, wie der Name vermuten lässt, speziell sowohl an Frauen in Führungspositionen, die ihr Know-How vertiefen, ergänzen und erweitern möchten, als auch an Frauen, die sich auf eine Führungsposition vorbereiten wollen. Ziel ist, die Teilnehmerinnen in ihrer (zukünftigen) Rolle zu stärken, Werkzeuge für die tägliche Führungsarbeit an die Hand zu geben, die Möglichkeit des Übens anzubieten und im Austausch mit Gleichgesinnten mehr Sicherheit zu gewinnen. Vermittelt werden Grundlagen der Personal- und Selbstführung, Führungsinstrumente, aber auch Themen wie Konfliktmanagement oder das erfolgreiche Führen von Mitarbeitendengesprächen. Darüber hinaus ist ausreichend Zeit für Networking, Austausch und kollegiale Beratung.



Ist dieses Thema denn tatsächlich relevant? - JA!

„Bei uns im Unternehmen zählt ausschließlich die Leistung, nicht das Geschlecht!“ – ähnliche Aussagen gibt es häufig, wenn es um das Thema Geschlechtergleichheit in Führungspositionen geht. Dennoch lässt sich am Wahrheitsgehalt dieser Äußerung zweifeln, wenn man sich die aktuellen Zahlen von Frauen in Führungspositionen ansieht: Im letzten Jahr waren laut statistischem Bundesamt nur 28% der Führungspositionen an Frauen vergeben. Damit befindet sich Deutschland im unteren Drittel im Vergleich zu anderen EU-Ländern. Spitzenreiter in der Liste ist Lettland mit 47% Frauen in Führungspositionen. Dabei sind junge Frauen auch in Deutschland motiviert, leistungsstark, karriereorientiert und für Führungspositionen qualifiziert. Laut dem RKW ist schon seit vielen Jahren über die Hälfte aller Hochschulabsolvierenden in Deutschland weiblich. Damit bringen Frauen dieselben Qualifikationen für eine erfolgreiche berufliche Karriere mit wie Männer.

Wieso gibt es dennoch diese Unterschiede in der Besetzung von Führungspositionen?

Für die ungleiche Verteilung gibt es verschiedene Gründe. Einer dieser Gründe kann die stereotype Vorstellung und skeptische Grundhaltung gegenüber Frauen in Führungspositionen von denjenigen sein, die aktuell für die Auswahl von neuen Führungspersonen verantwortlich sind. Häufig werden noch stereotyp männliche Charakteristiken wie Härte und Durchsetzungsvermögen oder Dominanz und Selbstbewusstsein mit einer besseren Führungsqualität assoziiert als stereotyp weibliche Attribute wie Emotionalität und Sensibilität.

Personalentscheidungen an börsennotierten Unternehmen trifft durchschnittlich gesehen Thomas, 1968 geboren, in Westdeutschland aufgewachsen und studierter Wirtschaftswissenschafter oder Ingenieur. Laut einem Bericht der AllBright Stiftung aus dem Jahr 2021 bestanden Vorstände von börsennotierten Unternehmen zu 87% aus Männern, die sich nicht nur in Alter, Herkunft und Ausbildung ähnlich sind, sondern sie heißen auch noch gleich: der häufigste Vorname unter den Vorständen ist wie angedeutet Thomas. Zusammen mit Thomas sitzen da am häufigsten Christian, Stefan, Michael und Markus. Mit der Auswahl von weiteren Männern, die ihnen ähnlich sind, werden Männer in den Vorständen zu „Hütern der gläsernen Decke“.


Daneben bestehen häufig auch Sorgen um die Unvereinbarkeit von Familie und Beruf und die Angst, dass junge Frauen die Familienplanung priorisieren. Der Konflikt zwischen Familie und Beruf ist auch für viele Frauen eine Hürde, in Führungspositionen aufzusteigen. Aber es geht auch anders. Wenn eine Frau das Unternehmen führt, ist auch der Frauenanteil in der Führungsetage deutlich höher. Das liegt daran, dass weibliche Führungskräfte häufig Wert auf eine gute Bindung ihrer Mitarbeitenden und die Chance zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf legen. Das kann beispielsweise durch die Möglichkeit der Kinderbetreuung oder das Angebot von flexibleren Arbeitszeiten geschehen. Damit schaffen sie bessere Ausgangsbedingungen für andere Frauen, um in Führungspositionen aufzusteigen. In Berichten des RKW und des ILO werden weitere Vorteile von weiblichen Führungskräften herausgestellt. So wird betont, dass der Frauenanteil in der Führung nicht nur das Wachstum, die Vielfalt und den geschäftlichen Erfolg eines Unternehmens fördert, sondern dass Frauen mit ihren individuellen Fähigkeiten, Sichtweisen und persönlichen Stil die Kultur im Unternehmen maßgeblich positiv beeinflussen.




Wie werden Frauen gefördert?

Um den Anteil an Frauen in Führungspositionen zu erhöhen, gibt es in Deutschland seit 2016 die sogenannte Frauenquote. Diese ist verankert im Führungspositionengesetz (FüPoG I), welche dieses Jahr erweitert wurde. Am 12. August trat das Zweite Führungspositionengesetz (FüPoG II) in Kraft, das verbindliche Vorgaben für Wirtschaft und öffentlichen Dienst beinhaltet. Damit gelten weitere Regeln für mehr Geschlechtergerechtigkeit in den Vorstands- und Aufsichtsgremien großer deutscher Unternehmen, für Unternehmen mit Bundesbeteiligung sowie für bestimmte Spitzenposten im öffentlichen Dienst. Allerdings betrifft diese neue Regelung eben vor allem große Unternehmen und nicht die kleinen oder mittelständischen , welche in Deutschland den größeren Anteil ausmachen. Hier bleibt also weiterhin eine offene Lücke für weitere Förderung bestehen.

Des Weiteren gibt es zahlreiche Netzwerke speziell für Frauen in Führungspositionen oder in bestimmten Berufen, die Frauen gezielt in ihrer Karriereplanung unterstützen und fördern wollen. Die Möglichkeit zum Netzwerken kann ein wichtiger Baustein sein, denn hier werden Kontakte geknüpft, die für die weitere Planung der persönlichen Karriere essenziell sein können. Außerdem treffen sich hier Frauen, die ähnliche Ziele und Pläne haben, was eine Quelle für Inspiration und zum Weiterbilden sein kann.


Und genau diesen Gedanken möchten wir mit unserem Angebot ‘Erfolgsfaktor Frau’ aufgreifen.




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